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  • Selbstbild vs. Sicht der Gesellschaft

    Öffentliche Diskussionen
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    RubricappulaR
    117 91

    Inwieweit, bzw. in welcher Form, hatte die Sicht der Gesellschaft Einfluss auf euer Selbstbild in Bezug auf eure Sexualität?

    Für mich persönlich bin ich darauf in diesem Beitrag etwas eingegangen.

    Fakt ist, sowohl mein nahes Umfeld, als auch “die Gesellschaft” (also Fernsehberichte und spätere Eigenrecherche im Netz) hatten darauf Einfluss. Entscheidend war, dass ich mit dem starken Stigma zuerst, also noch vor der eigentlichen Findungsphase, noch gar nicht in Berührung gekommen bin. Ich hab mich selbst immer als anders und “nicht hineinpassend” empfunden, kam mit Gruppen nicht zurecht und war daher so oder so viel allein mit mir und meinen Gedanken. Für mich selbst war beim Entdecken meiner erstern pädophilen Empfindungen also klar, dass diese bloß zusätzlicher Ausdruck meiner Andersartigkeit sind. Ich habe mich dafür von Beginn an genauso wenig verurteilt, wie für den Rest meiner Eigenschaften, die ich mir nicht ausgesucht hab und mit denen ich ja auch irgendwo angeeckt bin. Ich glaube tatsächlich mittlerweile, dass der Punkt, dass ich eine Frau bin dabei eine eher kleine Rolle gespielt hat. Viel entscheidender war, wie meine Mutter über das Thema gesprochen hat und was ich als Kind aus diesen Fernsehberichten mitgenommen habe.

    Das war vielleicht auch der Gund dafür, dass ich in meiner Jugend recht offen damit im Freundeskreis umgegangen bin und auch lange sehr naiv gedacht habe, dass das gar kein so großes, schlimmes Thema ist. Ich habe Dokumentationen und Interviews zu dem Thema gefiltert durch meine Naivität geschaut und das Stigma gar nicht richtig wahrgenommen - und wenn, nicht auf mich bezogen. Im Nachhinein gar nicht das schlechteste, so konnte ich immerhin ein recht positives Weltbild in Bezug auf meine Sexualität aufbauen.

    Lass uns der Regen sein
    In ihrer kranken Welt
    (auf ihrer Haut)
    Auf ihrer tauben Haut

  • Inwieweit, bzw. in welcher Form, hatte die Sicht der Gesellschaft Einfluss auf euer Selbstbild in Bezug auf eure Sexualität?

    Für mich persönlich bin ich darauf in diesem Beitrag etwas eingegangen.

    Fakt ist, sowohl mein nahes Umfeld, als auch “die Gesellschaft” (also Fernsehberichte und spätere Eigenrecherche im Netz) hatten darauf Einfluss. Entscheidend war, dass ich mit dem starken Stigma zuerst, also noch vor der eigentlichen Findungsphase, noch gar nicht in Berührung gekommen bin. Ich hab mich selbst immer als anders und “nicht hineinpassend” empfunden, kam mit Gruppen nicht zurecht und war daher so oder so viel allein mit mir und meinen Gedanken. Für mich selbst war beim Entdecken meiner erstern pädophilen Empfindungen also klar, dass diese bloß zusätzlicher Ausdruck meiner Andersartigkeit sind. Ich habe mich dafür von Beginn an genauso wenig verurteilt, wie für den Rest meiner Eigenschaften, die ich mir nicht ausgesucht hab und mit denen ich ja auch irgendwo angeeckt bin. Ich glaube tatsächlich mittlerweile, dass der Punkt, dass ich eine Frau bin dabei eine eher kleine Rolle gespielt hat. Viel entscheidender war, wie meine Mutter über das Thema gesprochen hat und was ich als Kind aus diesen Fernsehberichten mitgenommen habe.

    Das war vielleicht auch der Gund dafür, dass ich in meiner Jugend recht offen damit im Freundeskreis umgegangen bin und auch lange sehr naiv gedacht habe, dass das gar kein so großes, schlimmes Thema ist. Ich habe Dokumentationen und Interviews zu dem Thema gefiltert durch meine Naivität geschaut und das Stigma gar nicht richtig wahrgenommen - und wenn, nicht auf mich bezogen. Im Nachhinein gar nicht das schlechteste, so konnte ich immerhin ein recht positives Weltbild in Bezug auf meine Sexualität aufbauen.

    ThimoT
    7 7

    @Rubricappula Ich hatte eher das Gegenteil von dir. Mir wurde selbst als Junge recht oft klar gemacht das ich, wenn ich alleine unterwegs bin oder so sehr vorsichtig sein soll vor Leuten wie mir und das diese sich jedes Kind schnappen was sich zeigt.

    Fernsehen und Werbungen wie “echter Hase” und Krimis wo solche Leute meist als unglaublich ekelhaft und krank dargestellt wurden haben das Stigma in mir selbst wahrscheinlich sehr stark gemacht. Was auch dazu geführt hat das ich sehr schlecht von mir gedacht hatte als das Thema ziemlich klar wurde. Da ich zu der Zeit eh ein sehr schlechtes selbst Bild hatte aufgrund von Mobbing, keine Vater Figur, auf Drogen (Ritalin) sein war das nur noch ein Extra stück mehr Rucksack welchen ich irgendwann nicht mehr ausgehalten hatte und es beenden wollte, da meine Art von Person nie jemanden weh tun möchte und lieber sich selbst was antut als anderen.

    Ich würde daher sagen dass das Stigma und die fehlende Möglichkeit einen Ort zu finden wo man sich melden kann mit dem Thema mir fast mein Leben gekostet hat. Ob es genauso gekommen wäre ohne das ich Pädo sein weiß ich natürlich nicht, aber es hat es wahrscheinlich mindestens beschleunigt.

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    Bei mir war`s ähnlich wie bei Rubricappula, mit dem Unterschied, dass ich mich früher sehr wohl für viele meiner Eigenschaften verurteilt habe - nur nicht für die Pädophilie. In meiner Findungsphase, in den späten 1980`ern, habe ich einige Artikel zum Thema in den damals bei uns erhältlichen Zeitschriften “Magazin” und der Jugendzeitschrift “FröSi” gelesen, die ohne die heute übliche Beimengung des Themas sexuelle Gewalt/sexueller Missbrauch auskamen. Kurz: Mir wurde kein so negatives Bild von meiner Sexualpräferenz vermittelt. Klar erzählte man sich auch Geschichten von Kindesentführern und Kindermördern, aber das hatte genau null mit mir zu tun, hat mich also in keiner Weise tangiert. Die Wende kam mit der Wende und mit Bild-Zeitung, Stern & Co. - seitdem wurden Pädophile (gefühlt) immer stärker pauschal als Gefahr für Kinder betrachtet und es wurde darüber sehr viel Schwachsinn gedruckt, gesagt und geschrieben. Da war dann schon mal von “illegalen Neigungen” die Rede, oder auch davon, dass Pädophile für Kinder “wie Tretminen” seien. Naja, was soll`s. Bullshit-Aussagen tätigen und veröffentlichen zu können, gehört eben zur Freiheit auch dazu - und ich bin der Ansicht, dass die meisten Leute schlau genug sind, sich nicht von jedem Blödsinn das Gehirn verkleistern zu lassen. Also besteht durchaus Hoffnung auf Besserung! Soviel von mir dazu.

    Nixda.

  • breakyB
    111 124

    Ich habe mich auch lange vor meinem Coming-in hin und wieder mal mit dem Thema Pädophilie befasst und daher die Sicht der Gesellschaft nie wirklich vertreten. Ich hatte grundsätzlich auch nie ein Problem damit, anders als die meisten Leute zu sein, da das auch in vielen anderen Punkten auf mich zutrifft.

    Ganz spurlos ist die Stigmatisierung aber nicht an mir vorbeigegangen. Als ich dann langsam gemerkt habe, dass ich Kinder tatsächlich attraktiv finde, wollte ich es jahrelang trotzdem nicht wahrhaben. Ich hatte nie die Angst, irgendwann mal wirklich zum Täter zu werden, aber es fühlte sich trotzdem falsch an, auf Kinder zu stehen. Auch nachdem ich mir die Neigung an sich eingestanden hatte, habe ich noch eine ganze Weile gebraucht, um das Wort “pädophil” für mich selbst zu akzeptieren, weil es doch irgendwie ein “böses Wort” war. Mittlerweile benutze ich den Begriff aber genau deswegen - um das Wort für mich (und hoffentlich auch irgendwann für die Gesellschaft) zu entstigmatisieren.

    To those who understand, I extend my hand
    To the doubtful I demand, take me as I am
    Not under your command, I know where I stand
    I won't change to fit your plan, take me as I am

  • klaseK
    49 70

    Wenn ich mir die Kommentare von anderen Pädophilen zu diesem Thema durchlese, merke ich immer wieder, was für ein großes Glück ich hinsichtlich meines Selbstbildes und Selbstwertes hatte. Vielleicht lag es auch mit an der Zeit, in der ich aufwuchs. Jedenfalls habe ich meine sexuelle und romantische Hingezogenheit zu kleinen Mädchen immer als etwas ganz Natürliches und als einen Teil von mir angesehen. Zwar habe ich nie über Sexualität gesprochen. Aber das lag eher daran, dass mir Sexualität in meiner Jugend noch peinlich war und nicht, weil ich pädophil bin.