Beiträge
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenHier eine sehr offene und direkte Bewertung von Fr. Mathäus (Sie gab mir die Erlaubnis, die Nachricht zu teilen):
vielen Dank für Ihre Nachricht und danke auch für Ihren Mut. Mir tut dieses ungerechte Urteil unglaublich leid und mich macht es aber auch tatsächlich sehr wütend.
Die Ignoranz der Politik und vor allem der Gesellschaft ist das eine, aber das Bundesverfassungsgericht, das ist eine ganz andere Nummer. Das die sich so auf die Moralschiene stürzen finde ich wirklich erschreckend. Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass das Gesetz gekippt wird, auch wenn ich irgendwo befürchtet habe, dass es auch anders sein könnte. Aber damit habe ich definitiv nicht gerechnet. Eine derartige Verachtung von dieser Seite finde ich unfassbar.Ich selbst kenne niemanden, der fiktophil ist, aber ich habe immer mal wieder darüber gelesen und auch in meiner Masterarbeit und in anderen Arbeiten sind mir Menschen, die fiktophil sind, begegnet. Und im Rahmen meiner Masterarbeit gab es auch den Wunsch, hierzu mehr zu forschen.
Die meisten Menschen, die ich kenne, die Puppenkinder hatten und haben wollen, würden diese nicht als Ersatz, sondern als Familie sehen. Und wenn jemand ein Kind missbrauchen möchte, dann tut er das. Dafür benötigt niemand eine Puppe.
Unabhängig davon sind die meisten Menschen die Kinder sexuell missbrauchen und auch Kinderpornografie konsumieren, gar nicht pädophil, was das Bundesverfassungsgericht leider auch gänzlich ignoriert hat.
Die Auffassung, dass nicht einmal die Masturbation erlaubt sein sollte, finde ich auch nicht nur unverschämt, sondern absolut diskriminierend und menschenverachtend. Da habe ich mich schon gefragt, ob man pädophile Menschen nicht gleich * will. Denn so hört es sich an. Welche Fantasien auch immer Menschen haben, das sind erstmal Fantasien und was immer sich jemand vorstellt und wozu auch immer ein Mensch masturbiert, das geht niemanden was an. (Da ich auch mit Tätern arbeite, also Menschen, die bereits eine Grenze überschritten haben, ist das mit den Fantasien manchmal nicht ganz so wie bei dem Rest der Welt und kann auch ein gewisses Risiko bergen. Aber dabei ist es in der Arbeit egel ob diese Person pädophil ist oder nicht, dabei geht es eher um deliktbegünstigende Fantasien, die aber genauso ein Vergewaltiger haben kann. Das vielleicht als Mini-Einwand).Ich kann Ihre Sorge wegen der AfD zwar verstehen, aber glauben Sie mir, da wird es hoffentlich Menschen geben, die eine Stimme haben, ohne dass sie Angst haben müssen, und die werden dann hoffentlich für andere Menschen eintreten. Zumindest weiß ich, dass ich meine Stimme erhebe. Ehrlich gesagt hat das Urteil des Bundesverfassungsgericht mich so schockiert, dass es mir reicht und ich nicht mehr nur “im Kleinen” Partei ergreifen will. Ich weiß noch nicht wie genau, aber ich möchte mich definitiv in diesem Bereich positionieren und engagieren. Meine Masterarbeit ist fertig und ich habe sie gestern abgegeben. Im August besprechen wir dann, wo und was wir in einem Paper veröffentlichen werden. Aber unabhängig davon möchte und werde ich dieses Thema weiterverfolgen. Da bin ich gerade am Überlegen und Ideen sammeln und ich werde mich auch wo immer ich kann, sehr klar öffentlich positionieren, nämlich für legale Ersatzmaterialiein wie Puppen (auch wenn Puppen für Sie kein Ersatz sind), wodurch kein Kind zu Schaden kommt. Ich habe auch keine Universität oder öffentliche Gelder, die mich einschränken oder wo ich mich vorsichtig ausdrücken muss, das ist mir alles relativ egal.

Aber wie gesagt, über welche Wege das gehen kann, da bin ich mir noch nicht sicher. Ich werde auch nochmal Kollegen kontaktieren, die in dem Bereich der Forschung tätig sind. Ursprünglich wollte ich meine Masterarbeit nämlich über Puppenkinder schreiben, aber aufgrund der Sorge, dass die Stichprobe zu klein sein könnte, wurde das Thema für die Masterarbeit verworfen. Aber möglicherweise kann ich das anderweitig wieder aufgreifen.Vielleicht haben Sie ja auch Ideen, was Menschen wie ich tun können, um Ihnen eine Stimme zu geben.
Danke und herzliche Grüße
Franziska Mathäus -
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenIch kann nicht schlafen lol.
Werde die Nacht durchmachen und mit meinen Ratten nun das Ritual starten
. Wünsche Euch allen eine erträgliche letzte Nacht bis zur Entscheidung. -
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche Diskussionen@breaky sagte in Gegen das Puppenverbot:
Du hättest mich mal hören sollen, wie ich heute schon darüber geflucht habe…
Das richtige Leid kommt dann bei mir noch einmal später, wenn der Schockzustand nachlässt und dann nur noch diese Leere da ist.
Schade das es keine Möglichkeit gibt den Herrn Offenloch irgendwie per Mail zu kontaktieren.
Ich würde ihm gerne persönlich Danken. -
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenDas war es dann wohl für mich hier. Fühle mich gerade innerlich absolut Tod.
Möchte ich mir das überhaupt durchlesen? Was folgt jetzt? Mehr Verbote basierend auf dieser Entscheidung? Eine Welle an Spott?
Ich weiß nicht was ich machen soll.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche Diskussionen@breaky sagte in Gegen das Puppenverbot:
Eigentlich müssten nach diesem Urteil bei JEDER Person die Alarmglocken läuten, nicht nur bei Pädophilen. Es ist ein Grundsatzurteil, das staatliche Eingriffe in die Masturbationspraktiken der Bürger ohne jegliche wissenschaftliche Evidenz von auch nur einer mittelbaren Schädlichkeit legitimiert.
Das wird nicht wahrgenommen, weil das Verfahren eben Pädophile betrifft.
Menschen verstehen nicht das wir das Tor waren, der äußerste Rand der Freiheitsrechte und damit die Mauer für alle.Nun da das BVerfG dieses Tor geöffnet und damit eben auch die Möglichkeit geschaffen diese Abwägungen bei anderen Konstellation vorzubringen.
Hier im Westen herrscht eine gänzlich andere Kultur:
- In Japan ist sich die Gesellschaft dessen bewusst und verteidigt alles einfach aus Prinzip, da auch “die dunklen Seiten des Menschen” zum Leben gehören. Das dürfe man nicht zensieren.
- In Taiwan wurde ein Verbot fiktiver Pornographie nach sportlichen 6 Monaten wieder legalisiert, da die Zivilbevölkerung auf die Straßen gingen. (Edit: Das Verbot wurde übrigens von England vorangetrieben.)
Beide Kulturen lehnen realen Missbrauch trotzdem vehement ab. Das also eine breite Verfügbarkeit den sexuellen Kindesmissbrauch irgendwie “normalisiere” ist, wie Offenloch richtig feststellt, absolut konstruiert.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenSorry nochmal für meine Aussetzer oben. Hat mich doch härter mitgenommen als erwartet.
Habe dann aber doch vor kurzem die Kraft gefunden mir die Entscheidung durchzulesen und was soll ich sagen. Man kann die Verachtung und die Moral förmlich schmecken. Es werden Konstellation problematisiert, die keine sind. Der Senat führt eine Studie aus England auf, wo 75% der Puppenbesitzer im Besitz sog. “digitale Kinderpornographie” waren. Was ist daran jetzt so problematisch? Spricht das nicht dafür das Puppenbesitzer eben einen Fokus darauf legen das es eben nicht echtes Material ist? Wenn jemand ein opferloses Surrogat benutzt, dann wird er auch ein anderes opferloses Material nutzen (wollen). Die Tatsache das die überwiegende Mehrheit eben nur fiktives Material hatte spricht eher für die Puppen.
Das Gericht führt als Quellen irgendwelche YouTube-Videos auf. Nicht nur das. Diese YouTube-Videos dienen - wie Offenloch kritisiert - tatsächlich sogar als Ersatz für ein Gutachten. Kannste dir nicht ausdenken.
Der Senat führt auf das die Pädophilie eine Krankheit sei und zitiert den veralteten ICD-10. Selbst wenn sich die Kläger noch auf den ICD-10 beruft haben, so hätten sie hier von sich aus den ICD-11 verwenden müssen. Hier werden also im Urteil eine Gruppe von Menschen - entgegen der Wissenschaft - pauschal als “Erkrankte” beschrieben. Absolut unwürdig.
Ich kann hier nur so tippen, weil mir das Sondervotum von Offenloch die Kraft dazu gegeben hat. Er hat mir die Hoffnung gegeben den ich nach der Meldung von @breaky verloren hatte. Ich hatte es schon einmal auf KiH erwähnt, aber Offenloch habe ich von Anfang an vertraut, da sein Vater ein sehr harter Richter war und ihn das nicht davor abgeschreckt hat mit ihm als Kind stundenlang zu diskutieren.
Vielen Dank Herr Offenloch.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenEs gab zum 75-Jährigen Jubiläum am 25.06.2026 eine Podiumsdiskussion im Bundesverfassungsgericht und dort hieß es das die Richter auch nur Menschen mit unterschiedlichen moralischen Maßstäben sind, aber diese nicht in die Verfahren einfließen lassen, weil das “nicht die Steuerungselemente der Verfassung” seien. Es gehe nur um juristische Dogmatik.
Der ehemalige BVerfG-Richter Voßkuhle meinte auch man müsse mutig sein und Entscheidungen gegen “die da oben” treffen.
Das wird sich dann am Donnerstag zeigen.

-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenEs ist schön zu sehen was für ein Rückhalt Thomas Offenloch gerade für sein Sondervotum erhält.
Bringt mich zu Tränen…Richter Thomas Offenloch hält seine abweichende Meinung sogar schriftlich fest und spricht von «Moralgesetzgebung ohne hinreichend rationale Grundlage». Rückendeckung bekommt er von Fachleuten aus Justiz und Sexualforschung.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenDas traurige ist auch das viele das Leid von uns Betroffenen nicht spüren werden, da wir einfach Unsichtbar sind. Viele haben wohl auch mit einer Niederlage gerechnet, so dass eine Bewegung nicht erblühen kann.
Ich habe Angst. Fühle mich auch gerade absolut erbärmlich diesen Thread als emotional punching Bag zu benutzen und den Mod der dieses Geheule in der Wartenschlange lesen muss zu belasten.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenWer auch immer mit den Beschwerdeführern in Kontakt ist sollte sie darauf hinweisen das aufgrund der nun internationalen Bedeutung auch ausländische Organisationen interessiert sein sollten. Insb. Pädophile, oder Menschen die genau gegen solch invasive Eingriffe in die Intimssphäre kämpfen:
https://forum.p-punkte.de/topic/294/ngo-in-usa-kämpft-gegen-gedankenverbrechen
Die dort genannte NGO z. B. führt aktuell eine Kampagne gegen solche Gedankenverbrechen.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenHier ein wirklich sehr lesenswertes Interview von gestern in der Berliner Zeitung, wo der Beschluss auseinandergenommen wird:
Einlenken können hier glaube ich wirklich nur noch Juristen. Der Beschluss ist einfach viel zu gefährlich, aber der durchschnittliche Bürger kann das vlt. (noch) nicht verstehen.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenDer Senat hat den Kernbereich hier sehr stark aufgeweicht.
So wie ich das verstehe fallen wir nicht darunter, weil die Verwendung einer Puppe eine Senkung der Hemmschwelle begünstigen kann und damit einen sexuellen Übergriff auf ein Kind möglich erscheint. Es geht also nicht mehr um einen tatsächlichen Übergriff auf einen Menschen, sondern auch um Verhaltensweisen die einen Übergriff in Zukunft begünstigen könnten.Das passt nicht ganz zur früheren Definition des Kernbereichs, denn damals ging es nur um die Intensität des Eingriffs, so dass selbst “gewichtige” Interessen der Gesellschaft keinen Eingriff rechtfertigten. Das wird hier nun umgedreht und das “gewichtige” Interesse rechtfertigt nun den intensiven Eingriff, da dieses Interesse nun ausreicht um ein Sozialbezug herzustellen.
Das betrifft daher auch andere Formen des sexuellen Übergriffs, wie bspw. fiktive Gewaltpornographie.
Auch das könnte ja dazu führen das Menschen es an einer Person probieren, wenn man diese Logik nutzt. Eine sehr gefährliche Entscheidung. -
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche Diskussionen@nixda sagte in Gegen das Puppenverbot:
Btw: Sexualität, die niemandem schadet, als eine “dunkle Seite des Menschen” zu betrachten, find ich irgendwie auch ziemlich schräg.
Das bezieht sich auf “alles einfach aus Prinzip”, also auch menschenverachtende Darstellungen und im Grunde jede Form der Fiktion. Eine Fiktion kann die dunkle Seite des Menschen eben visuell darstellen, das macht aber den Künstler oder den Konsumenten nicht zwangsläufig zu einem bösen Menschen.
Von wo genau das Zitat kommt, kann ich leider nicht mehr sagen, aber war meine ich eine Organisation von Frauen in Japan.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenWenn man der Argumentation des Gerichts folgt, dann sind sämtliche fiktive Darstellungen problematisch. Es führt nämlich Argumentie auf wie “Normalisierung”, “Objektifizierung” etc und nutzt “digitale KiPo” als Legitimation für das Puppenverbot.
Das lässt sich eben auch 1:1 auf andere Ersatzhandlungen übertragen.
Damit stehen sämtliche Ersatzhandlungen auf wackeligen Füßen. Gruselig. -
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche Diskussionen@juno sagte in Gegen das Puppenverbot:
Masturbationspraktiken zu verbieten bzw. verboten zu lassen, das ist einfach nur irre.
Das ist was mich am meisten schockiert. Im Sondervotum erwähnt Offenloch ja auch das hier wirklich die bloße Masturbation unter Strafe gestellt wird.
Wenn man die Puppe mal weglässt, dann lässt sich damit im Grunde auch eine Masturbation zu den Gedanken verbieten. Sexuelle Fantasien als solches gelten ja für viele bereits als Risikofaktor und jetzt reicht offiziel ein vager Verweis auf den Kinderschutz, um tief in unser Leben einzudringen.
Wow.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenKernaussagen
Zum Kernbereich privater Lebensgestaltung gehören nicht sexuelle Betätigungen, mit denen ein Übergriff in die sexuelle Selbstbestimmung oder die körperliche Unversehrtheit einer anderen Person einhergeht.Die verfassungsgerichtliche Kontrolle kann je nach Eigenart des in Rede stehenden Sachbereichs, der Bedeutung der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter und den Möglichkeiten des Gesetzgebers, sich ein hinreichend sicheres Urteil zu bilden, von einer bloßen Evidenz- über eine Vertretbarkeitskontrolle bis hin zu einer intensivierten inhaltlichen Kontrolle reichen.
Quelle: https://verlag.jura-intensiv.de/blog/detail/sCategory/485/blogArticle/5090
Seit wann ist eine Puppe eine “andere Person”? Diese Definition vom Kernbereich ergibt überhaupt keinen Sinn, wenn eine dermaßen vorverlagerte Handlung als “ein Übergriff in die sexuelle Selbstbestimmung” gewertet wird…
“Einhergeht” suggeriert ja eben das es JEDESMAL passieren muss, weil die Handlung das voraussetzt.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenWir stehen jetzt wohl noch schlechter dar, oder? Jetzt gibt es keinerlei Zweifel mehr von den Kritikern solcher Gesetze.
Ich freue mich schon auf das Verbot sämtlicher noch legaler Fiktion. Alle zukünftigen Pädophilen die noch an einen Rechtsstaat geglaubt haben tun mir unendlich Leid, aber auch die suizidgefährdeten Menschen die in diesen Verfahren noch ein letzten Funken Hoffnung gesehen haben.
Es ist auch schlecht für alle anderen, denn es ist anscheinend mit der Menschenwürde vereinbar private Fantasien im eigenen Zuhause mit Haft zu bestrafen. Was soll ich da noch sagen.
Könnte mich hier noch stundenlang ausheulen…
Wenn ich die Kraft dazu finde lese ich mir das durch, aber ich hoffe auf einen WsAM-Artikel der das ganze gut zusammenfasst. Sorry für diese wirren Zeilen, aber als jemand der sich nur in solche Puppen verlieben kann weiß ich nicht mehr weiter.
-
Gegen das Puppenverbot
Öffentliche DiskussionenUmarmt bitte Klase für mich (virtuell). Sein KiH-Artikel zu seinen Liebespuppen ist jetzt eine Nummer tragischer zu lesen und war eines der Artikel die mich an Euch als Gruppe so gebunden hat.
Ich bin froh keine Puppe besessen zu haben, denn etwas zu verlieren das man nicht hatte ist einfacher zu verkraften…