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  • These: sexualisierte Gewalt an Kindern wird zunehmen

    Öffentliche Diskussionen
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    Hallo zusammen,

    meiner Meinung nach wird sexualisierte Gewalt an Kindern in Zukunft stark zunehmen, oder zumindest im Aufwärtstrend bleiben. Die Gründe dafür sind das es der Gesellschaft zunehmend egal erscheint, ob Kinder tatsächlich sexuell missbraucht wurden um Pädophile strafrechtlich zu Belangen. Das widerum verringert den sozialen Preis von sexuellem Kindesmissbrauch, da dieser immer stärker an Fiktion herangeführt wird.

    Auch wenn es einen Unterschied im Strafrahmen gibt, so spielt der Faktor “sozialer Tod” eine gewichtige Rolle, da bspw. im Kontext von § 184b StGB im Führungszeugnis nichts weiter steht als ein Eintrag für eben dieses Gesetz. Ob es sich um Fiktion handelte steht dort nicht.

    Wenn also die gleichen sozialen und gesellschaftlichen Konsequenzen drohen, dann ist die Hemmschwelle zum realen Missbrauch bzw. dem Konsum von CSAM viel geringer. Das wird zusätzlich dadurch gestärkt, das viele den Konsum von CSAM einfach rationalisieren werden wenn Fiktion damit gleichgestellt wird. Eine “Wenn schon, denn schon”-Mentalität und eine Abkehr von der Gesellschaft macht es einfacher Gesetze und Normen zu missachten.

    Wie seht ihr das? Meint ihr der sexuelle Kindesmissbrauch wird immer stärker zunehmen?
    Diesen Trend sehen wir ja seit Jahrzehnten und obwohl immer mehr Verboten und verschärft wurde ging es soweit ich weiß nie in eine positive Richtung.

    Liebe Grüße

  • SiriusS
    257 429

    Das sehe ich auch so. Die sich immer mehr verbreitende Gleichstellung von Fiktivpornografie mit echtem Missbrauch zeigt, dass es gar nicht um das Verhindern echten Leids geht, sondern um die Bestrafung einer als abartig deklarierten Sexualität. Wer mit dieser Grundhaltung an das Thema ran geht, kann gar keinen effektiven Kinderschutz betreiben, weil man komplett in die falsche Richtung läuft.

    In a heart full of dust
    Lives a creature called lust
    It surprises and scares
    Like me, like me

  • RubricappulaR
    180 154

    An sich stimme ich dem zwar auch zu, aber ich denke selbst das ist zu kurz gedacht, weil es ja höchstens diejenigen betrifft, die überhaupt ein Interesse an Kindern haben. Das geht aber noch weiter. Wenn sich mehr auf “Pädophile” (also eben Menschen mit einem Interesse an Kindern) konzentriert wird, indem man eben die Neigung bestrafen will und sich daher auch immer mehr auf Fiktion konzentriert, dann passiert das selbe wie all die Jahre davor, in denen echter Missbrauch nicht gesehen wurde. Die Gefahr wird im abstrakten Buhmann gesehen, der im stillen Kämmerlein über Kinder fantasiert, dabei geht der Blick völlig verloren für echte Anzeichen übergriffigen Verhaltens im direkten Umfeld. Der Opa ist ja nicht pädophil, also kann er dem Kind auch nicht gefährlich sein. Die Erzieher werden “getestet” vor Einstellung und Männer sollte man eh nicht einstellen - dann kann ja keiner dort mein Kind missbrauchen. Und Frauen sind sowieso nicht pädophil, also ists auch kein Problem mein Kind der Nachbarin anzuvertrauen. Das ist alles andere als wachsam und kinderschützend.

    Lass uns der Regen sein
    In ihrer kranken Welt
    (auf ihrer Haut)
    Auf ihrer tauben Haut

  • Das sehe ich auch so. Die sich immer mehr verbreitende Gleichstellung von Fiktivpornografie mit echtem Missbrauch zeigt, dass es gar nicht um das Verhindern echten Leids geht, sondern um die Bestrafung einer als abartig deklarierten Sexualität. Wer mit dieser Grundhaltung an das Thema ran geht, kann gar keinen effektiven Kinderschutz betreiben, weil man komplett in die falsche Richtung läuft.

    breakyB
    178 221

    Das, was viele Leute gerade in diesem Kontext “Kinderschutz” nennen, ist halt oft nur Moral- oder Idealschutz. Es geht ihnen nicht darum, wirklich Kinder zu schützen, sondern das Idealbild der kindlichen Unschuld. Das geht dann so weit, dass Argumente für eine Unschädlichkeit und ggf. sogar präventive Wirkung von rein fiktiver Kinderpornographie in der Debatte überhaupt nicht zugelassen werden, weil Kinder ja nicht sexualisiert werden dürfen - auch wenn das nur in Gedanken stattfindet. Ob die getroffenen Maßnahmen dann wirklich Kinder schützen, oder ob sie vielleicht sogar genau das Gegenteil bewirken, scheint entweder gar keine Rolle zu spielen, oder die Leute sind von ihrer Moralbesessenheit einfach so verblendet, dass sie wirklich nicht zwischen Kinderschutz und Moralschutz unterscheiden können.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass genau deswegen Pädophile oft als das ultimative Böse angesehen werden. Womöglich sehen die Leute schon in der bloßen Existenz von Pädophilie einen Angriff auf ihre Moral. Kinder dürfen nicht sexualisiert werden, aber Pädophile machen das ja! Das darf einfach nicht sein!

    To those who understand, I extend my hand
    To the doubtful I demand, take me as I am
    Not under your command, I know where I stand
    I won't change to fit your plan, take me as I am

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

  • Das, was viele Leute gerade in diesem Kontext “Kinderschutz” nennen, ist halt oft nur Moral- oder Idealschutz. Es geht ihnen nicht darum, wirklich Kinder zu schützen, sondern das Idealbild der kindlichen Unschuld. Das geht dann so weit, dass Argumente für eine Unschädlichkeit und ggf. sogar präventive Wirkung von rein fiktiver Kinderpornographie in der Debatte überhaupt nicht zugelassen werden, weil Kinder ja nicht sexualisiert werden dürfen - auch wenn das nur in Gedanken stattfindet. Ob die getroffenen Maßnahmen dann wirklich Kinder schützen, oder ob sie vielleicht sogar genau das Gegenteil bewirken, scheint entweder gar keine Rolle zu spielen, oder die Leute sind von ihrer Moralbesessenheit einfach so verblendet, dass sie wirklich nicht zwischen Kinderschutz und Moralschutz unterscheiden können.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass genau deswegen Pädophile oft als das ultimative Böse angesehen werden. Womöglich sehen die Leute schon in der bloßen Existenz von Pädophilie einen Angriff auf ihre Moral. Kinder dürfen nicht sexualisiert werden, aber Pädophile machen das ja! Das darf einfach nicht sein!

    C
    150 99

    Das sehe ich auch so. Den meisten dürfte das gar nicht bewusst sein. Und genau darin sehe ich auch eine Chance. Aufklärung kann diese Menschen erreichen, das habe ich in meiner Umgebung schon öfters erlebt. Es ist ein langsamer und mühseliger Prozess, aber es ist möglich. Verloren haben wir erst wenn wir aufgeben.

  • Das, was viele Leute gerade in diesem Kontext “Kinderschutz” nennen, ist halt oft nur Moral- oder Idealschutz. Es geht ihnen nicht darum, wirklich Kinder zu schützen, sondern das Idealbild der kindlichen Unschuld. Das geht dann so weit, dass Argumente für eine Unschädlichkeit und ggf. sogar präventive Wirkung von rein fiktiver Kinderpornographie in der Debatte überhaupt nicht zugelassen werden, weil Kinder ja nicht sexualisiert werden dürfen - auch wenn das nur in Gedanken stattfindet. Ob die getroffenen Maßnahmen dann wirklich Kinder schützen, oder ob sie vielleicht sogar genau das Gegenteil bewirken, scheint entweder gar keine Rolle zu spielen, oder die Leute sind von ihrer Moralbesessenheit einfach so verblendet, dass sie wirklich nicht zwischen Kinderschutz und Moralschutz unterscheiden können.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass genau deswegen Pädophile oft als das ultimative Böse angesehen werden. Womöglich sehen die Leute schon in der bloßen Existenz von Pädophilie einen Angriff auf ihre Moral. Kinder dürfen nicht sexualisiert werden, aber Pädophile machen das ja! Das darf einfach nicht sein!

    nixdaN
    127 85

    Von mir aus, soll jeder seiner Moral folgen. Mir herzlich egal. Das Problem ist, daß Moral das StGB infiltriert - und immer infiltriert hat. (Sieht man schon an den Mordmerkmalen.)
    Ich bin für eine strikte Trennung zwischen Rechtsgüterschutz und Moral. Das StGB müßte mal gründlich entmoralisiert werden.

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    Ich finde es ohnehin extrem fragwürdig das viele das gar nicht betrachten. Diese Irrationalität sieht man aber auch anderswo z. B. wenn man für Mord und Vergewaltigung die gleiche Strafe fordert (bspw. Todesstrafe in Amerika). Das führt dann dazu das Vergewaltigungsopfer sehr oft ermordert werden, da es für die Täter eben kein Unterschied mehr macht.

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    Ich denke der Anlass für diesen Thread waren diese Berichterstattung zu den Chatbots. Netzpolitik.org hat überraschenderweise diesen “Chatbot-Skandal” nicht einmal in deren Tickermeldung aufgenommen, aber dafür das ein Orthopäde für Voyerismus verhaftet wurde. Ich glaube das die Autoren dort immerhin erkennen das es absurd ist…

    Sind die nicht auch Teil von GFF?