Der entscheidende Unterschied ist dass in diesem Szenario die Gefahr absolut real und nachweisbar ist. Die 95% Transmissionsrate und die Auswirkungen der Krankheit sind in diesem Szenario gegebene Fakten.
Und es steht nicht “Menschenwürde VS. Menschenwürde”, sondern eingeschränkte Bewegungsfreiheit vs. körperliche Unversehrtheit oder sogar Leben.
Wenn es eine Lösung gibt die beides wahrt, schön. Dann haben wir kein Problem. Aber was wenn es eine solche Lösung nicht gibt? Darum geht es mir hier. Eigentlich ist das doch eine Art Triage-Situation. Man kann nicht allen gerecht werden, also muss man entscheiden.
Was ich hier erreichen möchte ist eine Diskussion über die Kriterien die man in solchen Situationen anwenden kann, aber bisher wird immer das Szenario selbst (das keinen Anspruch auf Realismus erhebt!) kritisiert:
@nixda sagte in Pädophile Fantasien "stoppen":
Sowas gibt es nicht. Das individuelle Verhalten hat immer Einfluß auf Ansteckungsrisiken.
Bei einer realen Krankheit, ja. Aber wie gesagt, das ist ein Modell-Szenario. Es geht hier nicht um ein medizinisches Problem, sondern um ein ethisches.
@nixda sagte in Pädophile Fantasien "stoppen":
in einem Rechtsstaat, heiligt der Zweck nicht die Mittel
Da stimme ich dir generell zu. Nicht jedes Mittel das den Zweck erfüllt ist gleichermaßen gerechtfertigt. Daher ist ja auch immer das mildeste Mittel zu wählen das einen solchen Konflikt von Gütern (körperliche Unversehrtheit vs. Bewegungsfreiheit) auflöst. Denn wenn der Rechtsstaat nichts macht werden die Rechte von anderen (den Angesteckten) verletzt. Das ist doch denn Körperverletzung durch Unterlassung, oder.
@nixda sagte in Pädophile Fantasien "stoppen":
Einzelfallabwägung, mit ggf. Ausnahmen unter Auflagen
Welcher Einzelfall? Wenn das individuelle Verhalten keinen Einfluss auf die Gefährdung hat (was ich hier voraussetze), was macht dann den Einzelfall aus?
Welche Auflagen wenn es außer der Isolation keine Abwehrmöglichkeit gibt?
Dies ist ein bewusst stark reduziertes Szenario. Eigentlich wollte ich damit nur eine ethische Baseline etablieren, um dann zu realistischeren, und damit zwangsweise komplexeren, Fällen zu kommen. Aber offensichtlich gibt es schon auf dieser Ebene große Differenzen. Die würde ich gerne diskutieren, nicht die Details des Szenarios.
