Das, was viele Leute gerade in diesem Kontext “Kinderschutz” nennen, ist halt oft nur Moral- oder Idealschutz. Es geht ihnen nicht darum, wirklich Kinder zu schützen, sondern das Idealbild der kindlichen Unschuld. Das geht dann so weit, dass Argumente für eine Unschädlichkeit und ggf. sogar präventive Wirkung von rein fiktiver Kinderpornographie in der Debatte überhaupt nicht zugelassen werden, weil Kinder ja nicht sexualisiert werden dürfen - auch wenn das nur in Gedanken stattfindet. Ob die getroffenen Maßnahmen dann wirklich Kinder schützen, oder ob sie vielleicht sogar genau das Gegenteil bewirken, scheint entweder gar keine Rolle zu spielen, oder die Leute sind von ihrer Moralbesessenheit einfach so verblendet, dass sie wirklich nicht zwischen Kinderschutz und Moralschutz unterscheiden können.
Ich kann mir auch vorstellen, dass genau deswegen Pädophile oft als das ultimative Böse angesehen werden. Womöglich sehen die Leute schon in der bloßen Existenz von Pädophilie einen Angriff auf ihre Moral. Kinder dürfen nicht sexualisiert werden, aber Pädophile machen das ja! Das darf einfach nicht sein!